Vespa Fachbegriffe

A

Abarth

Italienischer Hersteller, der hauptsächlich für seine Sportauspuffanlagen bekannt war. Der Abarth-Auspuff für die Vespa GS-3 ist ein sehr begehrtes Gimmick.

Der Auspuff wird mittlerweile in guter Qualität nachgebaut. Trotzdem bleibt der originale Abarth-Auspuff begehrt und es wird viel Geld bezahlt für das Sammlerstück.

 

Albert

Die Firma Albert stellte Lenker- und Beinschildspiegel für Vespas her. Viele Vespas der Fünfziger und Sechziger haben die typischen Beinschildspiegel von Albert. Die wurden eigentlich mit zwei Schrauben am Beinschild festgeklemmt - oft wurden jedoch auch die Schrauben durch das Beinschild hindurch geführt, weil die Schelle zum Klemmen fehlte. Dann ist der Spiegel aber nicht mehr in der Höhe am Beinschild verstellbar und hat seine Bestimmung als "Klemmspiegel" verfehlt. Bis auf den "verdrehten" Arm, den es in zwei Ausführungen - links und rechts - gibt, sind der Spiegelkopf und die Teile des Fußes auf den Teilemärkten mit Glück noch zu kriegen. Es gibt Ausführungen aus Aluminium und Messing verchromt. Der Spiegelkopf ist immer mit dem Namen "Albert" gestempelt.

 

B

Bananenauspuff

Der Ausdruck Bananenauspuff ist keine offizielle Bezeichnung. Er ergibt sich aus der bananenförmigen Gestaltung des Auspuffs, der unter anderem an den Modellen Vespa SS 50, Vespa SS 90 und Vespa Primavera ET 3 verwendet wurde. Der Auspuff sorgt für bessere Leistung.

 

C

Custom Scooter

Custom Roller ist eine Bezeichnung für modifizierte Vespa- und Lambretta-Roller, an denen aufwändige Veränderungen gemacht wurden, die dieses Fahrzeug einzigartig machen. Dazu gehören zum Teil Karosserieveränderungen, entweder Cuts oder der Anbau von Karosserieteilen anderer Roller oder Motorräder sowie eine besondere Customlackierung, oft mit Effektlacken. Dies ist bei Mods seit den 1960ern und den Scooterboys seit den 1980ern modern und seitdem den Moden unterworfen.

 

Nach Race Style in den 1960ern, Mod Stil in den 1970ern, Cutdowns in den 1980ern und Racern in den 1990ern sind momentan eher Orginalcustoms „In“, bei denen nur Motor und Fahrwerk umgebaut werden und eine besondere Lackierung aufgetragen wird. Die Roller werden bei Customshows oder auf Runs einem breiteren Publikum präsentiert.

 

D

Denfeld

Die Firma Denfeld baute und baut Sitzbänke für Roller und Motorräder. Denfeld Sitzbänke wurden erstmals von Messerschmitt auf der GS verbaut. Sie unterscheiden sich von den italienischen Sitzbänken durch die umlaufende Aluminiumzierleiste und dem "Denfeld" Schriftzug.

 

Douglas

Englischer Lizenzbau der Vespa

 

Drehgriffschaltung

Von Beginn an hatten alle Vespas eine Drehgriffschaltung. Das heißt, die Gänge werden nicht wie beim Motorrad mit dem Fuß geschaltet, sondern links am Lenker durch Drehen des linken Handgriffs. An diesem Griff befindet sich gleichzeitig der Kupplungshebel, der vor dem Schalten bedient werden muss. Die Drehgriffschaltung ist gewöhnungsbedürftig. Sie führt insbesondere bei Fahranfängern häufig zu Problemen und ungewolltem „Hochstart“ durch plötzliches Loslassen der Kupplung.

 

E

ET3 = Elettronica 3 travasi. Die Vespa Primavera 125 ET 3 erhielt diesen Zusatz wegen ihrer elektronischen Zündung und der 3 Überströmkanälen.

 

G

Gemischschmierung

2-Taktmotoren brauchen ein Gemisch aus Öl und Benzin.

Das Öl schmiert den Kolben im Zylinder und wirkt gegen die Reibung   

Dieses Gemisch muss bei der Gemischschmierung vom Fahrer an der Tankstelle mittels eines Teileverhältnis von 1:20 bei frühen Modellen bei späteren 1:50 hergestellt werden, indem man Öl zu dem Benzin  in den Tank hinzugibt.

 

Getrenntschmierung

Die PX Lusso Reihe war die erste von Piaggio gebaute Vespa Modellreihe mit Getrenntschmierung. Öl und Benzin werden in zwei getrennte Tanks im Roller aufbewahrt und erst im Fahrbetrieb innerhalb des Vergasers durch die Rotation des Motors gemischt. Das hat den Vorteil, dass man nicht, wie bei allen früheren Vespamodellen, beim Tanken mit einem kleinen ölverschmierten Meßbecher die richtige Menge Öl direkt in den Tank einfüllen muss.

 

GS/4

Die deutsche Vespa GS/4 ist ein Lizenzbau und gehört zu den seltensten Vespas mit einer Stückzahl von 2000 gebaute Exemplare, ist sie heute nur noch selten zu finden.

 

GSF

German Scooter Forum

Größtes Forum für Schaltroller in Europa

Als kleines Forum im Zuge einer Website des Low Rider Scooterclub entwickelter Informationsaustausch.

Mittlerweile wohl das grösste Forum das es gibt.

 

H

Hoffmann-Vespa

Anfang der Fünfziger Jahre wurde die Vespa als Lizenzbau von den Hoffmann-Werken in Lintorf bei Düsseldorf gebaut. Modell "A" und Hoffmann Vespa "Königin".

 

K

Kaskaden

Als Kaskaden werden die Hupenabdeckungen bezeichnet, die man in den Fünfziger und Sechziger Jahren als Sonderzubehör kaufen konnte und die überwiegend verchromt waren. Auch sind die Plastikabdeckungen der PX und V50 Spezial "Kaskaden" unter denen die Hupe verschwindet.

 

L

Lenkerendenblinker

Von der Firma Hella hergestellte Blinkleuchten, die am Ende an den Lenkerenden angebracht werden.

 

Lusso

Die PX Baureihen der zweiten Serie mit Getrenntschmierung und Facelift.

Die Lusso Modelle hießen in Italien "Arcobaleno" zu Deutsch, Regenbogen.

 

M

Messerschmitt

Die letzten Vespas aus deutscher Produktion stammen von Flugzeugbauer Messerschmitt, die auch den Messerschmitt Kabinenroller bauten.

 

Mod / Mods/Hardmod

Britische Arbeiterjugend mit aufgemotzten Vespas und Lambrettas.

Durch Drogen beeinflusste rüde Erscheinung sowie die groß angelegte Prügeleien gegen die proletenhaften Rocker machten sie bekannt und legendär.

Der Kampf zweier Weltanschauungen kommt beeindruckend im "The Who" Film "Quadrophenia" zum Ausdruck.

 

R

Runs/Rallies

Der Scooterrun, England: Rally,  ist eine Veranstaltung für Rollerfahrer.

Er wird meistens von ortsansässigen Scooterclubs in Eigenregie veranstaltet.

 

Der Scooterrun wendet sich vor allem an Scooterboys/girls und umfasst meistens zwei Allnighter sowie einige Tagesveranstaltungen. Im Gegensatz zu den britischen Veranstaltungen, wo es auch üblich ist, im B&B zu übernachten, und wo die Abendveranstaltungen in verschiedenen Pubs stattfinden, wird in Deutschland und Österreich meistens auf einem Platz gecampt und in einem Festzelt gefeiert.

 

 

S

Schwanenhalsrücklicht

Das sogenannte Schwanenhalsrücklicht wurde bei vielen deutschen Vespas der sechziger Jahre verbaut. Es wurde von der Firma Hella hergestellt und war auch an vielen Motorrädern dieser Zeit zu sehen. Die Preise für dieses Rücklicht liegen auf dem Markt recht hoch. Es existieren zwei Versionen, die sich auf den ersten Blick stark ähneln.

Mittlerweile bekommt man auch Reproduktionen dieses Rücklichts, jedoch in zweifelhafter Qualität.

 

Schwingsattel

"Motorradsattel", der oft auf den Vespas der frühen Baujahre montiert ist.

Die Sitzbank gab es zwar schon als Sonderzubehör für die Hoffmann-Modelle.

Sie wurde jedoch erst mit Einführung der 150 GS zum Standard.  

 

Scooterboys

Anfang der 90er- Entwicklung Norddeutschland.

Diese wurde klar durch die Mod-Szene aus England aufgrund dessen geographischen Nähe beeinflusst. Schwerpunkt waren Kiel, Hamburg und Lübeck sowie Braunschweig. Entwicklung in Westdeutschland: Durch die Stationierung britischer Soldaten in NRW und Niedersachsen bildeten sich sogar reine Skinhead-Scooterclubs. Der Schwerpunkt lag hier in Ostwestfalen, Münster, Bielefeld sowie Paderborn. Auch in Koblenz, Neuwied, Frankfurt, Offenbach und Aachen gründeten sich bedeutende Clubs. Nur die Großstadt Köln konnte bis heute keine intakte Szene aufweisen, die sich meistens nur in den suburbanen Randgebieten aufbaute (z.B. Bergisch Gladbach). Süddeutschland: Hier entwickelte sich aufgrund der Nähe zu Italien eher eine traditionelle Szene (losgelöst von tieferen Mod- und Skinhead-Einflüssen) mit Schwerpunkten in Nürnberg, Bamberg, München, Heilbronn und Stuttgart sowie Diessen am Ammersee. Ostdeutschland: Aufgrund des DDR-Regimes konnten sich kaum Jugendsubkulturen dieser Art stark entfalten. Nach der Wende entstanden einige Scooterclubs in Berlin. Dies ist bis heute so geblieben.

 

Smallframe

Schmaler Rahmen oder auch kleiner Rahmen.

Als Smallframe -Vespas werden die kleinen Modelle wie die Vespa 50 oder die 125er Vespa Primavera bezeichnet, deren Hauptmerkmal die schmale Bauform und die nicht abnehmbaren Seitenhauben sind.

 

Sofitte

Als Sofitten werden im allgemeinen die kleinen Birnchen bezeichnet, die am äußeren Ende jeweils einen Kontakt haben. Sie sind in den älteren Vespamodellen hauptsächlich als Rücklichtbirnen 6V / 5 W, Tachobeleuchtung (6V / 0,6 W = sehr schwer zu bekommen) und in den Lenkerendenblinkern von Hella (6V / 18 W) verbaut.

 

Scooter Skins

Die Hard-Mods kamen eher aus den Arbeitervierteln und betonten - bei Beibehaltung der Modkleidung (Anzüge, Parkas, Button-Down Hemden)- durch bestimmte neue Bekleidungselemente ihr Klassenbewusstsein: Arbeitskleidung wie Donkey-Jackets Arbeitsschuhe oder -stiefel, bevorzugt Doc Martens, sowie als stilisertes Bekleidungselement der Arbeiterklasse schlechthin: Hosenträger (Braces). Aus Protest gegen die Hippies fingen sie an, ihre Haare betont kurz zu tragen, so genannte "College-Hairdos", oder die sich durchsetzende radikalere Variante, der "Crop": die Haare wurden auf eine Länge von 1-3 cm geschoren. Die durchscheinende Kopfhaut sollte ihnen bald den Namen Skinheads einbringen.

 

 

T

Tuning

Vespa-Tuning - also das "schneller-" oder "schönermachen" gehört für viele zum Hobby dazu. Kein Wunder. Vespas sind vom Werk aus nicht auf Geschwindkeit ausgelegt.

 

U

Ulma

Die Firma Ulma stellte in den Fünfzigern und Sechzigern Sturzbügel und anderes Chromzubehör für die Vespa und andere Roller her. Ulma Produkte erkennt man am roten Punkt.

 

N

Nighter

Es trifft sich die Szene zu Soul All-Nightern in den Städten. Dabei ist es nicht unüblich, dass Besucher aus Flensburg eine Veranstaltung in München besuchen, oder Gäste von Nürnberg nach Lübeck reisen, nur um für ein paar Stunden mit Gleichgesinnten (Musik, Kleidung, Roller) zusammen zu sein.