Vespa 98 cc - Corsa - `47
Die erste legendäre Renn-Vespa wurde gebaut, um Wettbewerbe auf verschiedenen Rundstrecken zu bestreiten. Mit der Corsa konnten ab 1947 somit auch Piaggio-Händler an
Rennen teilnehmen. Tatsächlich wurde diese Vespa in zahlreichen Berg- und Rundstreckenrennen eingesetzt und fuhr viele Siege in der Rollerkategorie ein – so beim Neapel Grand Prix 1947 und beim
römischen Bergzeitfahren in Rocca di Papa.
Die Vespa 98 Corsa basierte auf dem Standard-Modell, besaß jedoch ein aerodynamisch optimiertes, schlankeres Beinschild und einen schmaleren Lenker. Die Hupe wurde von der Lenkkopfverkleidung
entfernt und der Sitz weit zurückverlegt, so dass sich der Fahrer strecken musste, um den Lenker zu erreichen. Der Bremshebel für die hintere Bremse wurde ebenfalls zurückverlegt, um der
windschlüpfigen, fast liegenden Sitzhaltung des Fahrers Rechnung zu tragen.
Vespa 98 - Corsa Circuito - `47
Die kreative Genialität der Piaggio-Ingenieure, die schon 1946 die erste Vespa auf Italiens Straßen gebracht hatten, wurde wenige Monate später noch einmal bestätigt.
Denn in der Versuchsabteilung von Pontedera war ein echtes Juwel entstanden.
Man wollte der Welt zeigen, dass selbst ein kleiner Roller auf Rennstrecken extrem wettbewerbsfähig sein kann. Im Jahr 1947 wurde die Vespa Corsa (Circuit) also renntauglich ausgelegt und dabei so
konzipiert, dass die Änderungen an einem serienmäßig produzierten Fahrzeug vorgenommen werden konnten. Lenkarm und Radaufhängung befanden sich nun auf der rechten Seite. So entstand eine
Konstruktion, die 1948 auf die Vespa 125 übertragen wurde. Das Stahl-Chassis der ersten Rennversion wurde übrigens in Handarbeit gefertigt.
Vespa 125 Circuit `49
Gegen Ende der 40er-Jahre setzten die meisten Hersteller ihre motorisierten Zweiräder bei Stadtrennen ein. Man glaubte, der Wettbewerb sei die beste Werbung für das Fahrzeug, um beim Publikum neue Käuferschichten zu erschließen. Auch Piaggio wollte diese Entwicklung nicht verpassen und stellte eine Reihe von Rollern nach dem Vorbild des Typs von 1949 auf die Räder. Ziel war es, in den jeweiligen Kategorien alle Wettbewerber nach dem Start hinter sich zu lassen. Die Vespa 125 circuito und sämtliche Vorgängermodelle wurden von den Spezialisten aus der Versuchsabteilung handgefertigt und bis Ende der 50er-Jahre von den offiziellen Fahrern Dino Mazzoncini und Giuseppe Cau eingesetzt. Giuseppe Cau gewann 1950 das Bergrennen Catania-Etna in der Kategorie bis 125 Kubikzentimeter.
VESPA 125 - Corsa - Telaio in Lega - `49
Im Jahre 1949 nutzte Piaggio für den Bau der Vespa 125 Corsa eine hochmoderne, im Flugzeugbau übliche Technik: Denn das Chassis wurde statt aus Stahlblech aus einer Aluminium-Legierung gefertigt und mit ebenfalls legierten Aluminium-Nieten zusammengefügt. Der größere Tank, der sich bis zum Lenkkopf hin streckte, erhöhte nicht nur die Reichweite des Rollers, sondern sorgte mit seiner Platzierung weit vorn für mehr Fahrstabilität bei hohem Tempo. Die Vespa 125 Corsa wurde bei einigen Stadtrennen eingesetzt und heimste viele prestigeträchtige Siege ein: Beim Bologna Grand Prix belegten Giuseppe Cau und Dino Mazzoncini die Plätze eins und zwei, im gleichen Jahr konnte Cau den Erfolg auf der Rennstrecke von Perugia wiederholen. Seine Vespa Corsa 98 trug die Startnummer 38.
Vespa - Montlhery - `50
Um dem Vespa-Image mehr Sportlichkeit zu verleihen, widmete sich Piaggio diversen Rekordversuchen. Zudem hoffte er, die glorreiche Vorkriegszeit wieder aufleben lassen zu können. Auf der französischen Rennstrecke Montlhery stellten am 7.April 1950 drei Vespa-Fahrer in zehn aufeinander folgenden Stunden 17 Weltrekorde auf: über eine Stunde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,0 km/h, über 100 Meilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,7 km/h, über 500 Meilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 123,9 km/h, über 1.000 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 124,3 km/h und über 10 Stunden, in denen die Vespa 1.049 Kilometer zurücklegte.
Vespa - Siluro - `51
Im Jahr 1951 startete eine Vespa den Versuch, den besonders prestigeträchtigen Rekord über einen stehenden Kilometer zu brechen.
Am 9. Februar legte der Testfahrer Dino Mazzoncini zwischen Kilometer 10 und 11 der Autobahn Rom-Ostia die Distanz mit stehendem Start in nur 21,4 Sekunden zurück, was einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 171,1 km/h entspricht und alle bisherigen Rekorde in den Schatten stellte. Die von Corradino D'Ascanio konstruierte Vespa wurde gewissermaßen von zwei Motoren
angetrieben, deren Kolben sich horizontal gegeneinander bewegten und eine Höchstleistung von 17,2 PS bei 9500/min entwickelten. Die Kurbelwellen waren über Zahnräder gekoppelt, die Gemischversorgung
der Zylinder erfolgte über zwei separate Vergaser. Auf der linken Seite war zudem ein Wasserkühler montiert.
Vespa 125 - Sei Giorni `51 -
200 Modelle wurden von der - Sei Giorni - hergestellt. Motorisiert mit einem 125ccm Motor und mit erweitertem Tank, Ersatzradhalterung für 2 Räder im Duchstieg.
Das Beinschild und das Trittbrett wurde auf jeder Seite, zur Verringerung des Luftwiderstands, um 4 cm gekürzt und bot zudem den Fahrern besseren Schutz. Es Für die - Sei Giorni - wurde ein 22mm Dellorto Vergaser (auch SSI 23 C Vergaser) anstelle des 17mm verbaut. Der Name war schnell gefunden, denn bei den 21. Internationalen Six-Days (Sei Giorni) von 1951 gewann die Maschine neun Goldmedaillen. Im gleichen Jahr belegte die Vespa Sei Giorni auch in der italienischen Meisterschaft Platz eins. Zum Piaggio-Racing-Team gehörten damals Biasci, Cau, Granchi, Mazzoncini, Merlo, Nesti, Opessi, Riva, Romano und Vivaldi. Gebaut für den offiziellen Verkauf wurde sie von Ende 1951 bis Mitte 1953.
